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Was sind Hormone und wie wirken Sie?

Die Wissenschaft kennt bis jetzt etwa 150 verschiedene Hormone, wobei man vermutet, dass es noch viele unbekannte Hormone und hormonähnliche Substanzen gibt.
Hormone sind sogenannte Botenstoffe oder auch körpereigene Informationsübermittler, die in den Hormondrüsen gebildet werden. Die Hormone werden von den Drüsen in das Blut und damit in den Blutkreislauf abgegeben. Mit dem Blutstrom gelangen sie zu den Zellen/Zielorganen, wo sie ihre spezifische Information/Überträgerfunktion erfüllen. Hormone benötigen für diesen Informationsaustausch Minuten teilweise sogar Stunden im Gegensatz zu den Nerven, die ihre Nachrichten innerhalb von Sekunden übermitteln. Die wichtigsten Hormone werden im Steuerungssystem, dem Gehirn, gebildet. Dieses Steuerungssystem führt vom Hypothalamus (im sog. Stammhirn), der obersten Schaltzentrale, über das untergeordnete Schaltzentrum Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) bis zu den einzelnen Drüsen (Schilddrüse, Nebennieren, Eierstöcke, Hoden etc.).
Der Hypothalamus steht auch unter dem Einfluss des bewussten und unbewussten Nervensystems und passt sich an Stress oder Umweltbedingungen an. Die umfassende Bedeutung der Hormonwirkungen wird deutlich, wenn man die lebensnotwendigen Funktionen des Immun-Systems, des gesamten Stoffwechsels und des Nervensystems mit den hormonellen Einflüssen darstellt. Hormone werden entsprechend ihrer biochemischen Zusammensetzung in zwei Gruppen unterteilt, die Peptidhormone (Peptid = Eiweiß) bestehen aus verschiedenen Eiweißbausteinen, die Steroidhormone haben dagegen Cholesterin als gemeinsames Grundbaustein.

Hormone lösen ihre Wirkung aus, indem sie entweder an den für jedes Hormon spezifischen Stellen der Zelle (= Rezeptoren) andocken, den sog. Zellwand-Rezeptoren, oder aber in der Zelle am Zellkern ansetzen, den sog. Zellkern-Rezeptoren.
Dort werden Folgereaktionen ausgelöst, die eine Neubildung von Hormonen oder Stoffwechselveränderungen bewirken. Für jedes Hormon gibt es dabei ganz spezifische Ansatzstellen.
Dieses System ist vergleichbar mit einem Schlüssel (Hormon), der nur in ein ganz bestimmtes Schloss (Ansatzstelle) passt. Die Ansatzstellen werden als Rezeptoren bezeichnet. Mit dem Andocken lösen die Hormone ihre spezifischen Funktionen aus Insulin bewirkt zum Beispiel eine verbesserte Zuckeraufnahme und Zuckerverarbeitung in der Zelle.
Das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH) steuert die erhöhte Produktion oder Drosselung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Thyronin (T3).

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